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KOMPARTMENTSYNDROM
Kompartmentsyndrome

Der Begriff

Unter einem Kompartment versteht man einen abgeschlossenen Raum. Der Begriff kommt aus der engl. Sprache und bedeutet so viel wie "Abteilung".
Theoretisch kann eine Kompartment von Bändern, Faszien, einer Kapsel oder von Knochen begrenzt sein. In der Medizin wird der Begriff aber hauptsächlich im Zusammenhang mit Muskeln verwendet, also im Sinne einer Faszien- bzw. Muskell oge.

Wenn es in einem solchen Kompartment zu einer Druckerhöhung kommt, so resultiert daraus eine Durchblutungsstörung des betroffenen Muskel s, längerfristig aber auch eine Schädigung des zugehörigen Nerven. Diese Störung/Krankheit bezeichnet man als Kompartmentsyndrom. Ein solches kommt hpts. am Unterarm und am Unterschenkel vor.

Nach Verletzungen, insbes. Knochen brüchen, oder Entzündungen (z.B. Sehnenscheidenentzündungen), aber auch iatrogen (= durch ärztliche Einwirkung im Rahmen von Diagnostik oder Therapie entstanden), kommt es lokal (= örtlich) begrenzt in dem zugehörigen Kompar tement zu Flüssigkeitsansammlungen, z.B. als Exsudat (= im Rahmen einer Entzündung aus den Gefäßen ausgetretene Flüssigkeit) oder auch Ödem (= Ansammlung von aus dem Gefäßsystem ausgetretener seröser Flüssigkeit), mit der Folge, daß der örtliche Druck ansteigt und es so zu einer Gefäß- und Nervenkompression kommt, verbunden mit örtlichen Durchblutungsstörungen und Muskelschmerzen, aber auch Nervenschmerzen, da es durch den erhöhten Innendruck dann auch zu einem Nervenkompressionssyndrom kommt.

Eine Druckmessung im betroffenen Gewebe bzw. Kompartment sichert die Diagnose.
 

Therapie bei einem Kompartmentsyndrom:

Primär natürlich chirurgische Dekompression (Druckentlastung), z.B. durch Fasziotomie (= Spaltung der bindegewebigen Hülle).

Leider gibt es aber gar nicht so selten Fälle, bei denen weiterhin Schmerzen bestehen, so daß eine spezielle Schmerztherapie notwendig wird.

Sehr bewährt hat sich bei einem Kompartmentsyndrom die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von wiederholten, engmaschigen Infiltrationen und Nervenblockade n, im unteren Körperbereich evtl. rückenmarknahe Blockaden, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der erwünschten Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung), sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (= unwillkürliches Nervensystem) mit einbezogen sind. Die daraus resultierende sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkung führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die u.a. auch einem kompressionsbedingt gestörten Nervenzellmetabolismus (= Stoffwechsel der Nervenzelle) kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.

Kompartmentsyndrome (eine Auswahl - ausführlichere Informationen erhalten Sie, wenn Sie den jeweiligen, blau unterlegten Begriff anklicken)

Ulnaristun nel-Syndrom - Der Nervus ulnaris verläuft im Bereich der Elle und des inneren Handgelenks in einer tun nelähnliche Struktur. Typische Krankheitszeichen sind eine Muskelatrophie (= Verminderung der Muskelmasse) am Kleinfingerhandballen und Parästhesien (= Mißempfindungen wie Kribbeln oder unangenehmes Taubheitsgefühl) besonders in Ring- und Kleinfinger. Teilweise liegt eine Allodynie (= Berührungsschmerz) vor, im weiteren Verlauf kommt es dann auch zu Handgelenksschmerzen.

Supinatortun nel-Syndrom - Bei diesem Kompartmentsyndrom klagen die betroffenen Patienten über einen "Tiefenschmerz" im Bereich des mittleren dorsalen (= rückseitigen) Unterarm s, der sich bei Druck auf den Supinator- Muskel verstärkt. Zunächst ist die Auswärtsdrehung der Hand erschwert. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer zunehmenden Streckschwäche des 5. Fingers im Grund gelenk, später auch des Daumen s und der übrigen Finger, schließlich eine völlige Lähmung der entsprechenden Streck muskeln.

Karpaltun nel-Syndrom - Typisch sind nächtlich betonte Schmerzen, in vielen Fällen sogar beiderseits. Es besteht ein Brennschmerz in der (mehr mittleren) Hand und des angrenzenden Unterarm es, vor allem bei Dorsalflexion (= Überstreckung der Han d). Die Schmerzen können bis zur Schulter ausstrahlen. Je nach Ausmaß der Störung treten Hypästhesien - und Parästhesien (= herabgesetzte Empfindung und Mißempfindungen), auch Nachlassen der Muskel kraft, Kältegefühl und Hyperhidrose (= übermäßige Schweißbildung), später auch Atrophie (= Gewebsschwund) der Daumen ballen muskulatur (Abduktor-Opponens-Atrophie) hinzu.

Tibialis-Log en-Syndrom - Dieses Kompartmentsyndrom (vorderes) bzw. Kompressionssyndrom geht mit Unterschenkelschmerzen an der Schienbein vorderseite einher, verursacht durch eine Nervenkompression in der Tibialisl oge (= die sog. Streckerlo ge, ein Raum mit geringer Ausdehnungsmöglichkeit). Am Unterschenkel kann auch ein sog. laterales oder auch hinteres Kompartmentsyndrom auftreten.

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Aktualisiert: >07.05.2009</> kusb&
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